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Gentechnick in der Landwirtschaft
Leben im Überfluss und Hunger in der Welt
Industrialisierung der Landwirtschaft
Subventionierte Ungerechtigkeit
Der lange Weg vom Feld zum Teller
Literatur


"An sich interessiert den Handel der Preis. Der Geschmack, eigentlich, ist kein Kriterium."
Hannes Schulz, Geflügelzüchter

Die nach dem Ende des zweiten Weltkrieges im großen Stil einsetzende und seither immens zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft in Europa hat nicht nur zu erheblichen Veränderungen im Landschaftsbild geführt, sondern vor allem vielerorts auch den Naturhaushalt durcheinander gebracht: Feuchtgebiete wurden trocken gelegt, Landstriche geschliffen und eingeebnet, um sie mit großen Maschinen bewirtschaften zu können, gigantische Bewässerungssysteme geschaffen, immer mehr Umweltgifte zwecks Düngung und Schädlingsbekämpfung eingebracht, neue Sorten und Rassen entwickelt, von denen einige wenige heute die frühere Vielfalt ersetzen. Die Folgen: der Verlust an Vielfalt von Lebensräumen und Arten, das Schrumpfen der Grundwasservorräte und die Vergiftung von Böden, Gewässern und Lebewesen. Die industrialisierte Landwirtschaft ist für fast 10% der von der EU verursachten Treibhausgase verantwortlich.

Wesentliche treibende Kraft dieser Entwicklung ist seit 50 Jahren die Agrarpolitik der EU. Das Agrarbudget macht rund die Hälfte des EU-Haushaltes aus - ca. 47 Milliarden Euro pro Jahr. War anfangs die Förderung noch an den Ertrag gekoppelt - je mehr ein Bauer produzierte, desto mehr Unterstützung aus EU-Geldern - so gab es in den letzten Jahren desto mehr Geld, je mehr Fläche ein Bauer bewirtschaftete beziehungsweise je mehr Vieh er hielt. Beide Systeme belohnen einseitig Produktionssteigerungen, Intensivierungen und den Trend zu immer größeren Betrieben. Auf der Strecke bleiben dabei nicht nur Umwelt und Gesundheitsschutz, sondern auch die Vielfalt und Qualität der Nahrungsmittel.

Eine immer kleiner werdende Zahl landwirtschaftlicher Betriebe bewirtschaften immer größere Flächen. Im Zeitraum 1975 bis 1995 sind mehr als 1,4 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in Europa aufgegeben worden. Am meisten betroffen sind Italien, Spanien, Portugal und Frankreich - in diesen vier Ländern ist die Anzahl von Beschäftigen in der Landwirtschaft allein zwischen 1987 und 1997 um mindestens ein Drittel geschrumpft.

Zwischen 1990 und 1995 stieg die Zahl der Betriebsaufgaben aufgrund der Überalterung der Landwirte, von denen viele das Rentenalter erreichten oder eine Beihilfe für die Aufgabe ihrer Tätigkeit erhielten, immer schneller an. Im besagten Zeitraum gaben im Europa der Zwölf über eine Million Landwirte ihre Tätigkeit auf, das entspricht mehr als 550 Betriebsaufgaben pro Tag! Diese Tendenz setzte sich seit 1995 fort.

Seit 2003 wird die Prämienzahlung auch an die Erfüllung von Auflagen in den Bereichen Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit, Gesundheit von Tieren und Pflanzen sowie Tierschutz gebunden - allerdings noch viel zu wenig, sind sich Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen einig.

QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE LINKS:
www.wwf.org.uk
www.foeeurope.org
europa.eu.int
www.global2000.at

 
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