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Gentechnick in der Landwirtschaft
Leben im Überfluss und Hunger in der Welt
Industrialisierung der Landwirtschaft
Subventionierte Ungerechtigkeit
Der lange Weg vom Feld zum Teller
Literatur


"Diese LKWs sind alle voll mit Soja. Sie werden im Norden von Matto Grosso beladen. Von dort wird das Soja 2.500 Kilometer zum Hafen transportiert. Und von dort geht das Soja in den Export."
Vincent José Puhl, Biologe (Brasilien)

Bekannt geworden ist der Transportwahnsinn unserer Lebensmittel vor allem durch die Thematisierung von Tiertransporten quer durch den Kontinent, aber auch durch scheinbare Kuriosa wie das Waschen deutscher Erdäpfel in Polen. Dass auch ein klassisches Frühstück in Wien - mit Gebäck, Schinken, Käse, Milch, Zucker, Eiern, Joghurt und Frühstücks-getränken aus Österreich - mindestens 5.000 Kilometer auf der Straße hinter sich hat, ergab eine Untersuchung der ÖAMTC-Akademie 1997. Gönnt man sich dazu eine Kiwi aus Neuseeland, kommen - nach 20.000 Kilometern auf dem Schiff - weitere 1.250 Straßenkilometer dazu. Und 2002 zeigte auch eine erstmalige Transportstromanalyse der österreichischen Lebensmittelwertschöpfungskette im Rahmen der Kulturlandschafts-forschung: der Weg vom Feld zum Teller wird immer weiter. In den letzten 30 Jahren ist die Transportleistung der gesamten Kette um 125% gestiegen.

Hinter der Entwicklung, dass Lebensmittel, die Tausende Kilometer weit gereist sind, oft billiger sind als regionale Produkte, stecken billige Arbeitskräfte und staatliche Subventionen sowohl in der Produktion als auch im Transport. Das alles geht zu Lasten von Menschen - beginnend mit oftmals ausbeuterischen Verhältnissen in den Produktionsstätten und im Frachtgewerbe, über massive Belastungen für die AnrainerInnen von Transitrouten bis hin zu gesundheitlichen Risiken für KonsumentInnen von Lebensmitteln, die oft nur mithilfe von Chemie fit für die langen Wege gemacht werden können.

Es leidet aber auch die Umwelt: durch unmittelbare Schadstoffbelastungen einerseits, andererseits durch den hohen Energieaufwand und den damit verbundenen Beitrag zum Klimawandel. So verbraucht etwa ein Kilo Erdbeeren, eingeflogen aus Israel, fast fünf Liter Erdöl, ein Kilo Erdbeeren vom heimischen Feld nur 0,2 Liter bis zum Supermarkt.

Aber nicht nur, was wir selber essen, kommt aus aller Welt. Auch die Futtermittel für unser Vieh stammen längst nicht mehr nur von heimischen Feldern, Wiesen und Almen: auf rund 350.000 Hektar vor allem in Mittel- und Südamerika werden Sojabohnen für die österreichische Viehwirtschaft angebaut, das ist ebenso viel Fläche wie wir bei uns mit Brotgetreide bestellen.

QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE LINKS:
www.oeamtc.at
www.klf.at
www.vcoe.at
www.marktcheck.at
www.wwf.ch
Schwarzbuch Straße, Deutike 2003

 
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